Mensch und Raum


Das Land der aufgehenden Sonne geht viele eigene Wege. So auch im Verhältnis: Raum und Mensch.

Hier in Europa haben wir Räume mit einer festen Widmung. Im Esszimmer wird gegessen, im Schlafzimmer geschlafen, im Wohnzimmer „wohnt“ man…

Der gute alte Japaner aber dreht den Spieß um (Betonung liegt auf „alt“, denn heute hat sich auch vieles dem westlichen Weg angeglichen):

Der Raum an sich ist leer.

Keine Widmung. Selbst die äußeren Grenzen stehen noch nicht einmal wirklich fest, denn durch die Shoji (Schiebewände) kann der Raum vergrößert oder verkleinert werden. Sogar Teil der Natur wird er, wenn sich die Wände zum Garten hin öffnen. In welcher Größe nun auch immer, an und für sich ist dieser Raum leer.

Und nun kommt der Mensch und überlegt, was mit diesem Raum anzustellen ist, welchen Zweck er dienen soll.

Kommt ein Gast, wird ein Bild aufgehangen, ein Tisch im Raum placiert, Sitzkissen werden ausgelegt – der Raum: Ein Gästezimmer.

Der Gast geht. Ich räume alles weg. Hole den Futon – Der Raum: Ein Schlafzimmer. Etc…

Ein sehr freies Konzept mit vielen Möglichkeiten. Basierend auf einer minimalistischen Ausstattung, in der jeder Gegenstand eine stärkere Wirkung erzielt, als wenn er sich den Raum mit vielen anderen Gegenständen teilen müßte. Und in der der Mensch über den Raum bestimmt und nicht anders herum.

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~ von outofnippon - Mai 29, 2011.

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